Kommentar zum Test von ADAC / Stiftung Warentest vom Juni 2011

 

Die in den Printmedien veröffentlichten Testergebnisse 2011 von ADAC, Stiftung Warentest liefern leider deutlich weniger Detailinformationen als die Tests im Vorjahr. Erst weitere Recherchen auf den jeweiligen Websites bringen ergänzende Hinweise.Einige Hersteller wie Cybex, Kiddy und Römer haben an ihren vorhandenen und in früheren Tests bereits mit gut bewerteten Modellen noch einige Veränderungen vorgenommen. Ob diese Optimierungen auch ein Plus an Sicherheit erbrachten, lässt sich zumindest aus den abgedruckten Ergebnissen nicht herauslesen, da die Tester nur noch eine Gesamtnote für Unfallsicherheit vergaben, nicht mehr aber zwischen Seitencrash- und Fontcrashverhalten unterschieden.Außerdem sind der Stiftung Warentest beim Aufbereiten des Artikels einige kleinere Fehler unterlaufen.Die Bilder auf Seite 75 wurden vertauscht. Tatsächlich zeigt das linke Bild die beiden Römer Sict Modelle, das rechte Bild das Cybex Produkt.Weiterhin stimmen die Namen zu den Abbildungen nicht mit den Bezeichnungen in der Tabelle überein. Orientieren Sie sich daher an den korrekten Bezeichnungen in der Tabelle (StiWa, Seite 76) damit nicht versehentlich ein „falscher“ Kindersitz gekauft wird.Nachdem durch zusätzliche "Seitenpolster" verschiedene Kindersitze (Kid Sict Modelle, Cybex Systeme mit der Zusatzbezeichnung "2") breiter geworden sind, stellt sich die Frage nach der möglichen Gefahr duch den Seitenairbag. Beide Hersteller gaben auf Nachfrage an, im Vorfeld umfangreiche Tests gemacht zu haben und es zu keinen Problemen mit den Seitenairbags gekommen sei. Dies wurde auch so vom ADAC bestätigt, der reale Crashtests ( Seitenairbag trifft auf Kid Sict) durchgeführt hat.Getestet wurde 2011 wie in den Vorjahren in Anlehnung an die Normen von EURO NCAP, dieses Mal allerdings mit einer VW Golf VI Karosserie (bislang Opel Astra), die auf einen Gurtschlitten montiert wird.Dies bedeutet aber auch, dass im Gegensatz zu EURO NCAP nicht bei jedem Testversuch ein reales Auto „geschrottet“ wird. Die verwendete Karosserie bleibt „nach jedem Schuss“ unbeschädigt. Ins Fahrzeug eindringende Teile und Verformungen gibt es nicht.Der Umstieg auf ein neues Testfahrzeug bedeutet aber auch, bedingt durch eine veränderte Gurtgeometrie, andere Sitze (weichere oder härtere Polsterung), Zugänglichkeit der Iso-Fix Verankerungen u.a., dass die bisherigen Testergebnisse nie eins zu eins übertragbar sind.Leider gab es dieses Mal wieder Systeme, die mit mangelhaft bewertet wurden. Abbrechende Teile oder sich lösende ISO-Fix Verankerungen dürfen nicht sein. Ein solcher Kindersitz kann nur mit mangelhaft bewertet werden.Etwas genauer hinsehen sollte man bei mangelhaft getesteten KRS mit abnehmbarer Rückenlehne. Zu Recht bemängelt der ADAC, dass das gesetzlich geforderte Zulassungsverfahren für Kindersitze keinen Seitenschutztest vorsieht. Im Testversuch wird der Seitencrash jedoch simuliert, folglich fallen Systeme ohne Rückenlehne und daher ohne Seitenschutz zwangsläufig durch.Leider verraten uns die Tester nicht, wie sich diese KRS mit montierter Rückenlehne geschlagen haben.Tatsächlich haben die Eltern aber gar keine andere Möglichkeit, als das Kind irgendwann auf eine reine Sitzerhöhung zu setzen, nämlich dann wenn das Kind ca. 140 cm groß ist. Ab dieser Körpergröße werden nahezu alle Gr. 2 / 3 Systeme zu klein.

 

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