Kommentar zum Test von ADAC / Stiftung Warentest vom Juni 2010

 

Pünktlich erschien der obligatorische Kindersitztest von ADAC, Stiftung Warentest, ÖAMTC. Und die Ergebnisse stehen im krassen Widerspruch zu den Resultaten, die Auto-Motor-Sport (ams) noch im Januar 2010 verkündete. Während ams im Hinblick auf die Sicherheit einen deutlichen Abwärtstrend festzustellen glaubte, sehen es StiWa / ADAC offenbar ganz anders.

Von 22 geprüften Modellen fiel tatsächlich keines wirklich durch. Die schlechteste Wertung war immer noch ein „ausreichend“. Dagegen schaffte es AMS im Januar immerhin, von nur 10 ausgewählten Systemen insgesamt fünf als „nicht empfehlenswert“ einzustufen. Die Testbedingungen waren in Anlehnung an die Tests nach EURO NCAP nahezu gleich.

Einige Anmerkungen zu den aktuellen Testergebnissen von StiWa und ADAC.

Der ADAC fordert mit Recht die Aufnahme des Seitenschutztests in die gesetzlichen Prüfbestimmungen. Eine Anpassung der Testdummies fordert der ADAC leider nicht. Tatsächlich entsprechen diese Testpuppen in Maßen und Gewichten keineswegs mehr dem realen Körperwuchs der Kinder. Der genormte Dummy passt immer hervorragend in das für ihn vorgesehene System, nicht jedoch Kinder, die sich in ihrer Entwicklung nicht unbedingt an die vorgegebene Norm halten.

Besonders drastisch wird dies bei Babyschalen. Erreicht der Kopf des Kindes den oberen Schalenrand, muss der Umstieg ins nächst größere System erfolgen. Und bei zu kleinen (kurzen) Babyschalen erfolgt eben dieser Wechsel viel zu früh, was wiederum ein großes Gefährdungspotential mit sich bringt (vgl. Größenunterschiede bei Babyschalen)

Kinder müssen bis 150 cm oder 12 Jahren einen Kindersitz benutzen. Tatsächlich lassen sich aber die Rückenlehnen der Gr. 2/3 Systeme nicht so weit nach oben verstellen.

Warum ist es zulässig, dass einfachste Sitzerhöhungen schon für Kinder ab 15 kg benutzt werden können? Ein System mit einer verstellbaren Rückenlehne bietet besonders für die „Eintstiegskinder“ deutlich besseren Schutz. Sitzerhöhungen ohne Lehne (aber mit Führungshörnern) sollten erst für Kinder ab 25 kg die Zulassung erhalten.

Warum testet der ADAC nicht auch einfache Sitzerhöhungen? Die zu erwartenden Ergebnisse würde vielleicht manche Eltern zum Nachdenken bewegen.

Wir hegen die Hoffnung, dass der ADAC irgendwann diese Anregungen aufgreift.

 

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