Kommentar zum Kindersitztest Juni 2008

 

Wie schon in den vergangenen Jahren veröffentlichten Ende Mai ADAC und Stiftung Warentest ihren großen Kindersitztest 2008. Bereits im April waren im Heft 10 der Auto-Motor-Sport (ams) die Resultate von 10 getesteten Kindersitzen nachzulesen.

Die Tests von ams und StiWA / ADAC lassen sich nur schwer vergleichen. da leider wieder unterschiedliche Prüfbedingungen zugrunde lagen (verschieden schwere Dummies, unterschiedliche Fahrzeuge, ams verzichtete auf den Seitencrash).

Bei den Tests werden Fahrzeugrohkarossen (Golf 5 bei ams / Astra bei ADAC / StiWA) auf Gurtschlitten montiert und gegen eine Barriere gefahren. Um die dadurch fehlende Knautschzone zu simulieren werden die Gurtschlitten beim Aufprall mechanisch verzögert. Aus diesem Grund lassen die angegebenen Geschwindigkeiten von 50 km/h bzw. 64 km/h noch keine Schlussfolgerung zu, welche Kräfte auf den Dummie tatsächlich einwirken. AMS gibt 33g an, StiWA spricht von einem an "Euro - NCAP orientierten Schlittenimpuls", ohne eine "g-Zahl" zu nennen.

Nach welchen Kriterien bei ADAC und StiWA die Testprobanten ausgewählt wurden, ist schwer nachzuvollziehen, denn laut StiWA wurden Ende Januar die Sitze für den Test gekauft, obwohl die Kiddy Modelle Comfort Pro und Discovery Pro laut Hersteller Homepage erst im Juni auf den Markt kommen

Längst in den Geschäften war zum Einkaufszeitpunkt der deutlich veränderte Nachfolger des erfolgreichen Römer King Plus TS. Das aktuelle Römer King Plus Modell wurde aber nicht ausgewählt.

Dafür wurden mit dem Storchenmühle Ipai und dem Recaro Monza zwei nahezu baugleiche Systeme desselben Herstellers getestet, die Iso-Fix Varianten der beiden Modelle unbegreiflicherweise aber weggelassen.

Ein Wort zum Luftikid, der in erster Linie wegen des schlechten Seitenschutzes durchfiel. Dieses System hat als einziges von allen Testkandidaten eine Zulassung für den Fahrzeugbeckengurt. Wie die Anfragen bei uns immer wieder belegen, sind aber noch viele auf solche Kindersitze angewiesen (Eltern mit mehreren Kindern, Besitzer älterer Fahrzeuge, Fahrgemeinschaften, Wohnmobilbesitzer ). Der Gesetzgeber fordert zwar die Verwendung von "2-Punkt-Gurt tauglichen" Rückhaltesystemen - nur die Kindersitzhersteller bieten kaum noch welche mehr an.

 

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