Kommentar zum Nachtest 2014 von ADAC / Stiftung Warentest

Billig ist in der Regel doch nicht so gut. Das ist das Fazit des Herbsttestes von ADAC und Stiftung Warentest. Zusammen mit anderen Verbraucherorganisationen wurden 10 Modelle, alle unter 70 Euro, getestet.

Selbstverständlich hatten alle Systeme die aktuelle Zulassung nach ECE R 44-04. Der Test bestätigte wieder, dass diese Prüfnorm wirklich nur ein Mindestschutz ist, denn unter den härteren Bedingungen der Tester brachen einige Modelle auseinander bzw. die Lehne knickte ein.

Also: Unbedingt Finger weg.

Verantwortungslos und für den Laien nicht zu durchschauen ist, wenn Systeme, die bei frühreren Test erhebliche Mängel aufwiesen völlig bauglich und unverändert jetzt unter anderem Namen angeboten werden.

Die Gewichtung der Tester ist bekannt und immer diskussionswürdig. Ein "befriedigend" in der Sicherheitsprüfung wird zu einem "mangelhaft" wenn Schadstoffe festgestellt werden.
Und automatisch fallen alle Sitze durch, bei den für Kinder ab 15 kg die Rückenlehne abgenommen werden kann. Die Tester bemängeln zu Recht, dass dann der Seitenschutz fehlt.
Das Problem ist nur, dass in Deutschland verschiedenen anderen EU Staaten eine "Kindersitzbenutzungspflicht" bis 12 Jahren oder 150 cm besteht und es kein Gr. III System mit Rückenlehne gibt, das für Kinder ab ca. 140 cm groß genug wäre.
Folglich muss irgendwann auf die einfachen Sitzerhöher zurückgegriffen werden.
In ferner Zukunft sollen alle Systeme nach der neuen ECE R 129 zugelasssen werden. Die ECE R 129 fordert u.a. einen Seitenunfalltest. Sitzerhöher ohne Rückenstütze können den aber nicht bestehen. Und die vorhandenen Kindersitze einfach mit einer längeren Lehne auszustatten (so dass Kinder bis 150 cm tatsächlich Platz finden) geht wegen der oft zu niedrigen Bauhöhe in vielen Fahrzeugen auch nicht.

<< Zurück