Kommentar zum Kindersitztest 2006
Einige Tage vor dem Erscheinen der ADAC-Motorwelt 06/2006 konnte man schon im Internet die Testergebnisse (dort sind sie auch viel ausführlicher dargestellt, während die "Motorwelt" des ADAC diesem Thema nicht mal 2 DINA4 Seiten widmet) abrufen. Im Internet zog der ADAC das Fazit "Ergebnisse 2006: Kindersitze immer besser". Da verwundert es schon, wenn im Heft plötzlich von "Schlechten Noten für Kindersitze" gesprochen wird.
Wie ist nun der gemeinsame Test 2006 von ADAC, ÖAMTC , Stiftung Warentest (StiWa) und vielen anderen zu bewerten?
Die Testkriterien blieben unverändert, ebenso die Testkarosse.
Es fällt auf, dass doch einige der getesteten Kindersitzsysteme ziemlich unbekannt und auf dem deutschen Markt in den Fachgeschäften kaum zu bekommen sind. Trotzdem ist natürlich nie ausgeschlossen, dass solche Kindersitze, z.B. übers Internet, gekauft werden
Dafür kamen andere, gängige Systeme, wie z.B. der Storchenmühle TWIN ONE, der auf das gleiche ISO-Fix Basisgestell aufsetzt wie der TWIN 0 Plus, leider nicht zum Zuge. Vermutlich war dieser Gr. 1 Sitz zum Zeitpunkt des Einkaufs von StiWa / ADAC im Feb. 2006 noch nicht verfügbar.
Offensichtlich verfügbar war allerdings die Babyschale Kiddy Maxi SPP, die vermutlich ab der 25 KW (19.Juni 2006) in den Handel kommt.
Schon in der Vergangenheit fiel des Öfteren auf, dass Systeme vertreten waren, die erst Monate nach der Veröffentlichung der Ergebnisse zu kaufen waren. (Beim Test 2005 veröffentlichte der ÖAMTC im Juni 05 das Ergebnis des Maxi-Cosi Priorifix - der Sitz kam dann letztlich im Dezember 2005 auf den Markt).
Wie funktioniert das, nach welchen Kriterien wählen die Tester aus?
Einen deutlichen Qualitätssprung nach oben machte auf jeden Fall der Kindersitz Storchenmühle Starlight SP. Vor einem Jahr noch noch mit ausreichend (Note 3,6 bei StiWA) bewertet, erzielte er diesmal mit 2,7 die Note befriedigend. Soweit wir informiert sind, wurde an dem Sitz außer der etwas einfacheren Gurthöhenverstellung nichts verändert.
Für den Römer Kid Plus 06 und den Concord Lift Evo PT gab's jeweils ein "gut". (Römer: Note 2,0 / Concord: Note 1,8). Diese Note setzt sich aus verschiedenen Einzelkriterien zusammen und hier war bei StiWA der Römer Kindersitz leicht im Vorteil. Wie sich dann trotzdem das etwas schlechtere Gesamtergebnis erklärt, bleibt wohl das Geheimnis des Testers.
Zum Kindersitz Jané Indy Plus bleibt anzumerken, dass der Kindersitz durchaus auch in Fahrzeugen ohne Iso-Fix mit dem normalen Fahrzeugdreipunktgurt benutzt werden kann. Es ist somit nicht richtig, dass die Montage zwingend mit Iso-Fix vorgeschrieben ist.
Endlich stellt StiWa auch heraus, dass das Alter des Kindes für den Wechsel in die nächst höhere Gewichtsgruppe völlig unerheblich ist und dass es neben dem Gewicht vielmehr auf die Körpergröße ankommt. Wer genau liest, erkennt auch, dass StiWa auf unterschiedliche Größen bei den Babyschalen aufmerksam macht (dass es hier gewaltige Unterschiede gibt, haben wir schon vor Jahren hier unter "Vergleich Babyschale" dokumentiert).
Weiterhin empfiehlt StIWa, bei Systemen der Gruppe 2 / 3 mit Rückenlehne die Kopfstütze des Fahrtzeugsitzes gegebenenfalls zu entfernen, wenn die Lehne des Kindersitzes an der Kopfstütze anstößt.. Dieser an sich richtige Tipp ist aber leider nicht immer umsetzbar. In verschiedenen Fahrzeugen kann nämlich die Kopfstütze gar nicht entfernt oder gedreht werden.
Letztlich gibt der ADAC noch die Empfehlung, sich vor dem Kauf von einem Fachmann zeigen zu lassen, wie der Sitz richtig eingebaut und wie das Kind angeschnallt werden muss.
Nur, wo man diesen Fachmann findet bzw. an was man ihn erkennt, das verrät der ADAC leider nicht.
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 02. Juni 2010 um 09:32 Uhr


