Testergebnisse / Kommentare zu Kindersitztests

Kommentare zu Testergebnissen

seit vielen Jahren kommentieren wir die Kindersitztests der verschiedenen Institutionen und zeigten die Widersprüche in den Bewertungen auf. Bei vielen Testergebnissen stellten wir hierbei Ungereimtheiten fest. Die Testbedingungen waren oft identisch oder doch ähnlich - die Bewertungen oder zumindest die Interpretation der Tests wichen trotzdem oft voneinander ab. Dies führt natürlich zur Verunsicherung beim Verbraucher, denn der nach einem Test gekaufte, weil gut bewertete Kindersitz, war beim nächsten Test schon wieder weniger gut.

Sehr interessant in diesem Zusammenhang ist eine Studie des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V -Institut für Fahrzeugsicherheit- , München, vom Juli 2002. Hierin äußerten von 227 Befragten immerhin 12 %, dass sie in die vorhandenen Schutzsysteme nur teilweise Vertrauen haben, 11 % hatten sogar gar kein Vertrauen zu der Schutzwirkung der Rückhaltesysteme. Als Hauptgrund wurden die unterschiedlichen Testergebnisse angeführt.

Möglicherweise war dies der Anlass, dass seit 2003 unter der Federführung des ADAC viele Verbraucherorganisationen gemeinsam testen und die Ergebnisse (die jetzt logischerweise identisch sind) zeitgleich immer Ende Mai / Anfang Juni veröffentlichen.

Getestet wird aus Kostengründen verständlicherweise nicht in realen Fahrzeugen wie bei den Testreihen von EURO NCAP.  Seit 2015 wird eine 5-türigrige Golf VII Karosserie benutzt, die auf einen Gurtschlitten montiert wird.

Als Testpuppen kommen "Q-Dummies" zum Einsatz, die im Gegensatz zu den alten "P-Dummies" sensibler reagieren und mehr Messmöglichkeiten bieten.

Dazu wurden 2015 die Testbedingungen verändert und an die neue I-Size Norm angepasst. Deshalb sind die alten Ergebnisse nicht vollständig mit den heutigen vergleichbar.

Der ADAC hat hierzu in Youtube eine Filmsequenz zur Verfügung gestellt.

Im Endergebnis spiegelt sich das Hauptkriterium Sicherheit nur zu 50% wieder. Mit entscheidend sind noch die Kriterien Bedienung mit 40% und Ergonomie mit 10%.

Dazu kommt seit 2011 eine Schadstoffprüfung. Erhöhte Schadstoffwerte können ebenfalls zur Abwertung führen.

Besondere Probleme bekommen oft Systeme, die mehrere ECE Gruppen abdecken und dazu sowohl vorwärts wie auch rückwärts verwendet werden können. Es wird jegliche Einbau- und Verwendungsart geprüft und das schlechteste Ergebnis, das in einer einzelnen Gewichtsklasse erzielt wurde, herangezogen.

Die genauen Testkriterien (Stand 2014) sind beim ADAC  in der Registerkarte Methodik & Hintergrund hinterlegt.

Wir wollen unsere Seite überschaubar halten und konzentrieren uns auf die aktuellen Tests von

•    ADAC / Stiftung Warentest

•    Auto-Motor-Sport

TIPP:
Auch wenn der Kindersitz ein gutes Testurteil erreicht hat: Er sollte vor dem Kauf unbedingt zuvor im eigenen Fahrzeug zur Probe eingebaut werden.
Besonders bei Gruppe 2/3  KIndersitzen fällt uns immer wieder auf, dass der Gurtverlauf optisch zwar gut ist, der Gurt aber nicht beweglich bleibt. Besonders in der niedrigsten Einstellung bleibt der Schultergurt hängen - nämlich dann wenn das Kind am Gurt spielt, ihn nach vorne zieht, sich nach vorne beugt. Die Aufrollautomatik zieht dann den Gurt nicht mehr die korrekte Position zurück, es ensteht eine gefährliche Gurtlose, die von den Eltern kaum bemerkt werden kann.
Ursachen können u.a. Kleidung des Kindes, die Gurtführung des Kindersitzes oder auch die ungünstige Gurtgeometrie des Fahrzeugs sein.

Ein Dummy, einmal korrekt in den Sitz rein gesetzt und angegurtet, wird immer in dieser optimalen Postion verbleiben. Der Dummy spielt nicht am Gurt, beugt sich nicht vor - sitzt einfach still
Nebenbei: Ein Dummy schwitzt auch  nicht, quengelt nicht, fühlt sich nicht eingeengt und wehrt sich nicht gegen das Anschnallen oder Reinsetzen in einen Sitz.